Salvador Dalí 
 
Der König der Welt - Salvador Dalí:  Ein Leben als Gesamtkunstwerk
"In der Kunst ist es anders als beim Fußball: In der Abseitsstellung erzielt man die meisten Tore" - dieser originelle Vergleich stammt von Salvador Dalí (1904 – 1989). In der abseitigen Außenseiterrolle hat er sich zeitlebens am wohlsten gefühlt, immer getreu seiner Lebensmaxime: „Die Leute sollen über mich reden – schlimmstenfalls sogar Gutes!“
Und so reden die Leute bis heute über ihn: Die einen feiern ihn als den einzigartigen Magier des Surrealismus – die anderen kanzeln ihn ab als den größten Scharlatan, den sich die Kunstgeschichte je geleistet hat. Seine clownesken Selbstinszenierungen sind legendär, doch hinter der Fassade des großspurigen Lautsprechers verbirgt sich auch ein scheuer Mensch, der oft an seiner Lebensangst verzweifelte.

Wie auch immer man zu Dalí und seiner Kunst steht: Er hat Bildwelten geschaffen, die zum kollektiven Gedächtnis des 20. Jahrhunderts gehören – eines Jahrhunderts des rasanten Fortschritts und des unfassbaren Grauens. Vielleicht hat Salvador Dalí recht damit gehabt, wenn er sagt: „Der Clown bin nicht ich, sondern diese auf monströse Weise zynische Gesellschaft, die das Spiel der Seriosität spielt, um besser ihre Verrücktheit zu verbergen.“

Andy Warhol
Einfach nur ein Mensch - Andy Warhol Superstar, ein amerikanischer Traum

"Ich möchte eine Maschine sein“, das hat Andy Warhol (1928 – 1987) immer wieder verkündet - und als menschliche Maschine hat er sich selbst inszeniert. Auch seine Bilder wirken, als seien sie maschinell am Fließband produziert – Suppendosen, Stars in künstlicher Glamourpose, Waschmittelpakete...

Die Kunstkritik hat ihn als gefühllosen Zyniker abgestempelt, doch Warhol war ein sensibler Künstler, der ein untrügliches Gespür für gesellschaftliche Trends besaß und zum Chronisten des modernen Lebens geworden ist.  Sein Werk führt uns die Gewalttätigkeit der amerikanischen Gesellschaft genauso vor Augen wie die Leere und Anonymität der Konsumwelt und die verzweifelten Versuche, ihr einen Inhalt zu geben. So sucht Deutschland heute z. B. im Wochentakt den neuen Superstar, und regelmäßig werden Durchschnittsmenschen in den Orbit der medialen Aufmerksamkeit geschossen - um genauso schnell wieder zu verglühen. Andy Warhol hat diese 'verrückte’ Welt bereits vorgezeichnet.

Sein Lebenswerk kennzeichnet, was große Kunst ausmacht: Es weist in die Zukunft.

Paula Modersohn-Becker
„Ich will immer weiter, weiter!“ - 
Paula Modersohn-Becker, ein Künstlerleben zwischen Konvention und Aufbruch
Paula Modersohn-Becker (1876 – 1907) gilt heute als berühmteste Malerin der Worpsweder Künstlerkolonie, doch zu ihren Lebzeiten war sie dort nie so recht akzeptiert: „Verstanden wird sie hier von keinem“, notiert ihr Ehemann Otto Modersohn in sein Tagebuch.
Frühzeitig begreift sie, dass sie ihren künstlerischen Horizont erweitern muss und träumt von neuen Horizonten: „Ich glaube, ich werde mich von hier fortentwickeln.“
Paulas kurzes, intensives Leben zwischen norddeutscher Provinzialität und Pariser Weltläufigkeit ist geprägt von ihrem Ringen um künstlerische Entwicklung und Eigenständigkeit – und steht damit auch für die beginnende Emanzipation der Frauen und ihren Kampf für eine selbstbestimmte Existenz.

Marc Chagall
Das Diktat der Engel – Leben und Werk von Marc Chagall

Würde man eine Hitparade der populärsten Künstler erstellen, dann nähme Marc Chagall (1887 - 1985) einen Spitzenplatz ein. Seine märchenhaften, farbintensiven Bilder entführen uns in die mythische Traumwelt seiner russisch-bäuerlichen Kindheit.
Von einigen Kritikern wird sein Werk gerade deshalb als folkloristisch-naiv oder gar religiös verkitscht beargwöhnt: Er sei ein “harmloser Maler”, der die Greuel seiner Zeit ausgeblendet habe.
Aber Chagall hat auch die Katastrophen seiner Zeit thematisiert - den Krieg und den Völkermord an seinen jüdischen Glaubensgenossen.
Und dennoch ist sein Lebenswerk vom humanistischen Grundgedanken der Versöhnung durchzogen – geprägt von dem Satz, den Marc Chagall zum Leitmotiv seines Schaffens erhob: "In der Kunst wie im Leben ist alles möglich, wenn es auf Liebe gegründet ist".

Pablo Picasso
"Ich fange an!" – Leben und Werk von Pablo Picasso
„Ich suche nicht, ich finde!“ – dieser legendäre Ausspruch Pablo Picassos (1881 - 1973) demonstriert das Selbstverständnis und das Selbstbewusstsein des berühmtesten Künstlers der klassischen Moderne. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts revolutionierte er die Kunstwelt, indem er die Gegenständlichkeit in abstrakte Grundformen übersetzte. Seitdem gilt Picasso als die Verkörperung moderner Kunst. Doch am Ziel dieser Entwicklung angekommen, verblüffte er mit einem radikalen Wandel seiner Bildsprache.
Auch sein eigenes Leben inszenierte er als einen Prozess fortwährender Erneuerung. Wechselnde Beziehungen zu Frauen markieren Stationen seiner künstlerischen Entwicklung und haben dabei auch das Menschenbild seiner Kunst geprägt.
Eine weitere unerschöpfliche Quelle für sein Schaffen war die kunstgeschichtliche Tradition. Immer wieder hat er Werke alter Meister neu interpretiert. Und so ist dieser radikale Neuerer auch ein Traditionalist gewesen.
Dieses spannungsvolle Künstlerleben wird in dem Dia-Vortrag anschaulich vor Augen geführt.

Max Beckmann
Der Blick hinter die Spiegel – Leben und Werk von Max Beckmann

Viele deutsche Maler des 20. Jahrhunderts werden Künstlergemeinschaften zugeordnet, doch Max Beckmann (1884 – 1950) lässt sich in keine Schublade stecken. Er ging immer seinen eigenen Weg. Als der Expressionismus Deutschland prägt, da malt er riesige Historienbilder in einem fast altertümlichen Stil. Und als Künstler beginnen, die Welt in der Abstraktion aufzulösen, hält Beckmann beharrlich an der Gegenständlichkeit fest.

Doch ein trockener Realist ist er nie gewesen. Für ihn bleibt die Realität das eigentliche Mysterium des Daseins. Anregungen findet er in der Philosophie und in verborgenen Geheimlehren. Noch heute strahlen seine Bilder eine rätselhafte, fast unergründliche Aura aus.
Und so hat es Max Beckmann zu einer einzigartigen Stellung in der Kunst gebracht: Er ist der letzte große Bildermacher und Geschichtenerzähler der Moderne.

Caspar David Friedrich
Gescheiterte Hoffnung – Leben und Werk von Caspar David Friedrich
Heute sind die Meinungen über den Maler Caspar David Friedrich (1774 – 1840) geteilt: Gelten seine Landschaften manchen als Spiegelungen der deutschen Seele, so sind sie für andere Inbegriff einer unzeitgemäßen Naturverklärung.
Dabei wird oft übersehen, was Friedrich in erster Linie war: ein moderner Künstler in einer von Umbruch und radikaler Veränderung geprägten Zeit. Leidenschaftlich setzte er sich für die Befreiung von französischer Fremdherrschaft sowie für demokratische Reformen ein. Die Haltung seiner Zeitgenossen ist ein Spiegelbild der damaligen politischen Entwicklung in Deutschland: Seine radikalen Bildern begeisterten anfangs, dann irritierten und verstörten sie, und zum Schluss wurden sie abgelehnt und gerieten für lange Zeit in Vergessenheit.
Caspar David Friedrich war zu seinen Lebzeiten politisch und künstlerisch gescheitert; doch die Geschichte hat einen langen Atem, und heute wirkt sein Werk wie ein Fanal zum Aufbruch in die Moderne.

Frida Kahlo
"Mein graues Herz" – Die Geheimnisse der Frida Kahlo
In den letzten Jahrzehnten ist die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907 – 1954) auch außerhalb ihres Heimatlandes wiederentdeckt worden. Spätestens seit der Hollywood-Verfilmung ihres dramatischen Lebens ist sie auch in Europa eine Art Kultfigur geworden. Ihre Werke, in denen sie oft schonungslos ihr Seelenleben zu offenbaren scheint, berühren auf eigenartige Weise.
Aber Frida Kahlo hat nie ganz in ihr Innerstes blicken lassen. Auch wenn sie scheinbar freimütig über sich Auskunft gibt, verhüllt sie sich doch hinter Rätseln und Legenden. So bleibt in ihren Bildern auch immer etwas verborgen. Sie sind - wie alle großen Kunstwerke – geheimnisvoll und hartnäckig in ihrem Schweigen.

Paul Gauguin
Das Paradies der Sehnsucht – Leben und Werk von Paul Gauguin
Obwohl Paul Gauguin (1848 – 1903) erst spät sein Hobby zum Beruf machte, ist er ein bahnbrechender Künstler der Moderne geworden. Mit der Flächigkeit seiner Bilder und seiner Abkehr von der naturgetreuen Wiedergabe beeinflusste er maßgeblich die Kunstentwicklung des 20.Jahrhunderts.
Aber auch der Mensch Paul Gauguin erscheint heute wie der Prototyp eines modernen Künstlers: Er präsentierte sich dem Publikum als extravaganter Außenseiter und weckte damit Sehnsüchte nach einem aufregenden Leben jenseits bürgerlicher Normen. Vor allem die auf Tahiti entstandenen Werke legen nahe, dass er dort die beneidenswerte Existenz eines ungebundenen Aussteigers geführt hat.
Die Realität sah anders aus: Chronischer Geldmangel und quälende Krankheiten machten ihm das Leben in der Südsee zur Hölle.
Doch das Traumbild, das er von sich und seiner Welt erschaffen hat, sollte stärker wirken als jede deprimierende Wirklichkeit. Und so sehen wir Paul Gauguin heute als Schöpfer eines überwirklichen Paradieses – eingewoben in seinem Traum vom zeitlosen Glück.

Francisco Goya
"Das habe ich gesehen" – Leben und Werk von Francisco Goya
Kein anderer Künstler hat ein so vielfältiges Gesamtwerk hinterlassen wie Francisco Goya (1746 – 1828). Von heiter verspielten Rokoko-Malereien bis hin zu den düsteren Endzeitvisionen seiner ‚Schwarzen Bilder’ reicht die Palette seines Schaffens.
Diese Vielfalt spiegelt die künstlerische und persönliche Entwicklung seines bewegten Lebens. Aus dem angepassten Hofkünstler, der die Ansprüche seiner Geldgeber bedient, wird unter dem Eindruck privater und politischer Katastrophen ein kritischer und sensibler Beobachter.
Und doch ist Goya nie ein bloßer Chronist, der nur Zeitgeschehen abbildet. Ihm gelingt es, Charaktere und Tragödien allgemeingültig darzustellen. Francisco Goya entfaltet dabei ein schillerndes Panorama, das den Menschen als empfindsames Wesen und als reißende Bestie zeigt.

Leonardo da Vinci
Das Geheimnis der Höhle – Leonardo da Vinci, weltberühmt und unbekannt
Leonardo da Vinci (1452 – 1519) ist als Maler der Mona Lisa einer der berühmtesten Künstler aller Zeiten, obwohl nur wenige Ölgemälde erhalten sind. Seine Schriften und Zeichnungen zur Naturforschung kannten zu seinen Lebzeiten nur wenige. Leonardo war zwar davon besessen, die Geheimnisse der Natur aufzudecken, doch seine eigene Person hat er immer mit einem geheimnisvollen Schleier umgeben.
In dem Dia-Vortrag wird das Leben und Denken dieses genialen Menschen wieder rekonstruiert und anschaulich gemacht.

Emil Nolde
"Farben waren mein Glück" – Eine Entdeckungsreise zum 'unbekannten' Emil Nolde
Die meisten kennen Emil Nolde (1867 – 1956) als Maler von farbig-schillernden Blumenbildern und Landschaften. Weniger bekannt sind dagegen seine Großstadtszenen oder die religiösen Motive – Bilder, die er selbst als seine wichtigsten Schöpfungen ansah.
Auf der Entdeckungsreise zum unbekannten Emil Nolde wird neben seinem mühevollen und selbstquälerischen Weg zum Künstler auch seine mitunter widersprüchliche politische Haltung dargestellt; z.B. sein Engagement für die unterjochten Kolonialvölker, das wegen seiner deutsch-nationalen Gesinnung im Ansatz steckenblieb. Ähnlich rätselhaft auch seine Haltung zum Nationalsozialismus: Nolde war sowohl Mitglied einer Nazi-Organisation als auch ein verhasstes Feindbild der Machthaber, der zum Staatsfeind des NS-Systems erklärt wurde.
Aus all diesen Details entsteht das Bild einer komplizierten und faszinierenden Künstlerpersönlichkeit – ein Schöpfer von atemberaubend schönen Bildern.

Rembrandt
Ein Genie auf der Suche - Rembrandt, der Mensch, der Künstler, der Christ
Seine Bilder sind weltberühmt und hängen in den großen internationalen Museen, doch der Künstler, der sie geschaffen hat, schien lange hinter verklärenden Legenden verschwunden zu sein. In jüngster Zeit aber hat die Forschung nicht nur seine Gemälde, sondern auch den Menschen Rembrandt Harmensz.van Rijn (1606 – 1669) gründlich unter die Lupe genommen. Zum Vorschein gekommen ist eine Persönlichkeit voller Widersprüche – ein Mensch zwischen erbitterter Rachsucht und christlich-humanistischem Gefühl, zwischen skrupellosem Geschäftsgebaren und verzweifeltem Existenzkampf.

Der Betrachter als Augenzeuge
Die jüdischen Beziehungen von Rembrandt

Im 17. Jahrhundert flohen zahlreiche Juden vor der spanischen Inquisition in die Niederlande. Die meisten ließen sich in Amsterdam nieder. Die Kunstgeschichte hat Rembrandts jüdische Nachbarn gerne als exotische Minderheit vorgestellt, die dem Künstler pittoreske Modelle für seine Malerei bot. Doch die Amsterdamer Juden waren keineswegs schillernder Farbtupfer in einer nüchternen calvinistischen Umgebung, sondern sie erstrebten als Kaufleute, Anwälte, Ärzte und Intellektuelle Integration und Anerkennung.
Dennoch kann man in Rembrandts Werk einen jüdischen Einfluss ablesen, der sich aber nicht auf Verwertung von Äußerlichkeiten beschränkt. Er stand 20 Jahre lang in Kontakt mit dem Rabbiner und Schriftsteller Menasseh ben Israel. Am Beispiel von Rembrandts Faust-Radierung wird gezeigt, wie er die an neuplatonischer Dämonenmagie angelehnten philosophischen Bestrebungen Menassehs bildlich umsetzte. Rembrandt schuf damit das einzigartige Dokument eines Umbruchs – an der Schwelle zwischen magischem Denken und empirischer Wissenschaft.

Henri de Toulouse-Lautrec
"Ich habe versucht wahr zu sein" – Henri de Toulouse-Lautrec: Außenseiter, Künstler, Aristokrat
Berühmt wurde Toulouse-Lautrec (1864 – 1901) mit seinen Plakaten für den Amüsierbetrieb des Montmartre, in denen er der schillernden Welt der Pariser Belle Epoque ein Denkmal setzte. Doch er war auch ein großer Menschendarsteller, der mit seinem 'photographischen Pinsel' Ärzte, Arbeiter, Adlige und Prostituierte festhielt und so ein Panorama seiner Zeit geschaffen hat. 
Aber er belässt es nicht beim bloßen Abbilden: „Ich mache keine Bildnisse, ich male meine Freunde“, schreibt er einmal. Sensibilisiert durch seine schwere Behinderung hat er einen einfühlsamen Blick für ihre geheimen Ängste und Sehnsüchte, für erlittene Enttäuschungen und nie erlöschende Hoffnungen.
Henri de Toulouse-Lautrec hat die seltene Gabe besessen, die Seele eines Menschen sichtbar zu machen.

Vincent van Gogh
Auf dem Weg zu den Sternen – Leben und Werk von Vincent van Gogh
Die Werke des niederländischen Malers Vincent van Gogh (1853 – 1890) gehören heute zu den populärsten und teuersten der Kunstgeschichte. Aber seinen triumphalen Erfolg hat er nicht mehr erleben können. Zu seinen Lebzeiten galt er als kompletter Versager. In der Kunst sah er die einzige Möglichkeit, der Welt zu beweisen, doch zu etwas zu taugen; aber sein Ringen um Anerkennung war vergeblich. Sein Werk wurde kaum zur Kenntnis genommen, nur ein einziges Bild konnte regulär verkauft werden.
In dem Dia-Vortrag wird neben seinem Eintreten für christliche Solidarität und soziale Gerechtigkeit vor allem Vincents verzweifelter Kampf um seine Kunst und sein seelisches Gleichgewicht geschildert.

Die Macht der Bilder
Politische Symbolik in Kunstwerken
Die Wahlkampfstrategen unserer Politiker wissen, dass Bilder oft mächtiger in den Köpfen der Menschen wirken, als es Worte vermögen. Und so setzen sie bei ihren Kampagnen vor allem auf symbolträchtig inszenierte Bilder. Auch viele moderne Künstler des 20.Jahrhunderts haben in ihren Werken politische Inhalte transportiert. Ein berühmtes Beispiel ist Picassos Bild ‚Guernica’ – eine wirkungsvolle Anklage gegen den faschistischen Bombenterror im spanischen Bürgerkrieg.
Doch bereits in früheren Jahrhunderten stecken in Kunstwerken politische Anspielungen, die heute meist nicht mehr wahrgenommen werden: Wer denkt schon an einen politischen Hintersinn bei Michelangelos ‚David’, einer von Rubens gemalten Kuhweide oder den romantischen Landschaften von Caspar David Friedrich?
In dem Dia-Vortrag werden Kunstwerke aus fünf Jahrhunderten gezeigt und ihre verborgene politische Symbolik erläutert.

Michelangelo
Gefangen im Stein – Leben und Werk von Michelangelo
Schon von seinen Zeitgenossen wurde er ehrfürchtig 'der Göttliche' genannt: Michelangelo Buonarroti (1475 - 1564), Bildhauer, Maler, Architekt, Dichter und Schöpfer von unsterblichen Kunstwerken wie den berühmten Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle oder dem monumentalen David in Florenz. Doch trotz der Verehrung, die ihm entgegengebracht wurde, war Michelangelo ein zutiefst unglücklicher Mensch, der unter Selbstzweifeln, Depressionen und Verfolgungsängsten gelitten hat. Hinter der rastlosen Suche nach der göttlichen Schönheit verbirgt sich auch seine Verzweiflung über die eigene irdische Unzulänglichkeit. Um dieser Unzulänglichkeit zu entfliehen, schuf er erschütternde Meisterwerke, die uns heute eine Ahnung von göttlicher Größe vermitteln.

Edvard Munch
Die wilden Vögel – Leben und Werk von Edvard Munch
„Ich male, dann langweile ich mich am wenigsten“ – so unspektakulär hat Edvard Munch (1863 – 1944) einmal seine Motivation zur künstlerischen Arbeit beschrieben. Doch was ihn eigentlich antrieb, war nichts weniger als die Rettung seiner Seele. Unter dem Leidensdruck psychotischer Angstzustände und einer selbstzerstörerischen Alkoholsucht entstanden Munchs „Bilder aus dem modernen Seelenleben“. Sie berichten von der Trauer um seine Angehörigen, der Unmöglichkeit der Liebe und immer wieder von seiner Lebensangst.
Edvard Munch hat um sein Leben gemalt, und er hat – anders als seine Zeitgenossen van Gogh und Toulouse-Lautrec – diesen Kampf gewonnen. So ist Munchs Lebenswerk auch ein bewegendes Zeugnis dafür, wie die mitreißende Kraft der Kunst aus finsterer Nacht wieder ins Licht führen kann.
In dem Dia-Vortrag wird mit zahlreichen Bildbeispielen die künstlerische und persönliche Entwicklung Munchs anschaulich gemacht.

Max Liebermann
Das Klingen der Seele – Max Liebermann, ein deutsches Künstlerleben
 Das Werk Max Liebermanns (1847 – 1935) nimmt in der deutschen Kunstgeschichte eine Sonderstellung ein. Als einziger Maler von Rang hat er es hierzulande verstanden, die impressionistische Leichtigkeit französischer Kunst aufzunehmen ohne sie platt zu kopieren. Liebermanns Garten- und Landschaftsbilder sind still und unpathetisch – das Leben erscheint in ihnen wie ein langer, ruhiger Fluss. Seine Porträts sind nicht würdevoll repräsentativ, sondern sie strahlen Lebendigkeit und Esprit aus.
Doch so spielerisch leicht seine Werke auch wirken – Liebermann hat sich selbst immer als disziplinierter Arbeiter verstanden. Preußische Grundtugenden und großbürgerliche Ordnung bildeten das Fundament seines Schaffens und seines Selbstverständnisses.
Umso schmerzlicher waren für ihn Anfeindungen, denen er wegen seiner angeblich 'undeutschen' Kunstauffassung ausgesetzt war – Anfeindungen, die nicht zuletzt durch seine jüdische Herkunft motiviert waren. In seinen letzten Jahren musste er dann noch erleben, wie die Nazi-Barbarei seine Grundwerte zerstörte. Sein Ideal einer Gesellschaft, die den Menschen nur nach seinen Verdiensten und nicht nach Herkunft und Religion beurteilt, war vor seinen Augen zerbrochen.

Otto Dix
"Der Maler ist das Auge der Welt" – Leben und Werk von Otto Dix
 „Künstler sollen nicht bessern und bekehren. Nur bezeugen müssen sie!“ Diesem künstlerischen Leitsatz war der Maler Otto Dix (1891 - 1969) sein Leben lang verpflichtet. Sein Leben und Werk vermittelt ein schillerndes Panorama des 20. Jahrhunderts: die starre Enge der wilhelminischen Ära, das grausame Inferno des 1. Weltkriegs, die wilden 20er Jahre, das drohende Heraufziehen des Nationalsozialismus. Und so erzählt Dix’ Kunst von Glanz und Elend, Aufstieg und Niedergang, Lebensgier und Todessehnsucht einer ganzen Epoche.

Viva la vida - Viva la muerte
La Tauromaquia - Die Stierkampf-Radierungen von Francisco Goya und Pablo Picasso
Die beiden größten spanischen Künstler ihrer Zeit haben faszinierende Radierungs-Zyklen zum Stierkampf geschaffen, die künstlerisch zum Herausragendsten ihres Werkes gehören. Beide verbindet ihr Thema, doch Art der Darstellung und Aussage sind grundverschieden.
(Eröffnungsrede für eine Ausstellung der Stierkampf-Bilder - gehalten im Kunstverein Herford)